Ein Tag mit Reitkunst Kathi Prantl

Mobiler Unterricht
*
ein Bericht von Katja Knabl

23.12.2025

Die letzten Jahre bin ich immer wieder auf Unterrichtstour mit Kathi mitgefahren.Sie nimmt mich gerne mit, ich glaube sie ist auch froh, wenn sie jemanden zum Plaudern hat im Auto, da sie ja teilweise wirklich weite Strecken zwischen den einzelnen Reitstunden zurücklegen muss. Oft analysieren wir auch die statt gefundenen Trainings, die Pferde und die Reiterinnen. Ich habe immer einiges mitnehmen können. Sehr oft viel Motivation für Zuhause für meine Pferde, aber ich genieße auch den Sozialkontakt mit Gleichgesinnten, da ich ja einen eigenen Hof habe und bis auf eine Freundin mit ihrem alten Pony auch keine Einsteller.

*

Aufgelesen werde ich von Kathi meist irgendwo am Weg, diesmal hat mich mein lieber Mann nach Engelhartstetten gebracht, wo ich zu Kathi ins Auto gestiegen bin.Diesmal ging es nicht ganz so früh los, worüber ich sehr froh war, denn ich muss ja vorher meine Pferde daheim versorgen, bevor ich selber los kann.

*

Station 1…

…war in Wolfsgraben.Ein älterer Warmblutwallach, der früher im Turniersport bis Klasse M unterwegs war.Bei Nieseltreiben ging es den Berg hinauf zum sehr idyllisch gelegenen Reitplatz inmitten des Waldes, der angeblich nicht oft gepflegt wird, aber in einem guten Zustand war.

Es ging los mit Flexionen,Mobilisierung und viel aufwärmenden und gymnastizierenden Seitengängen im Schritt. Der Wallach mit dem edlen Gesicht, dessen Klasse man ihm immer noch ansah, hat sich sehr bemüht und wurde auch immer geschmeidiger.

Aber richtig erstaunt hat mich dann nach der Arbeit im Trab der Galopp.Gleichmäßig und taktsicher gesprungen und die Galopp-Schritt-Galopp Übergänge vom Feinsten, sodaß ich kurz zwischenrufen musste, daß er mit diesen Übergängen noch locker am Turnier mithalten könnte.

Ich wurde immer nasser durch den Nieselregen und die Schülerin erzählte dann auch noch, daß sie letztens in der Dämmerung am Reitplatz war…im Wald….am Berg oben….und plötzlich so komische Geräusche gehört hat.Ob es wohl ein Wildschwein war?!

Nicht so unmöglich mitten im Wienerwald 😉

Auf jeden Fall war ich ein doch froh als die Stunde zu Ende war und ich erstens nochmal das (beheizte und saubere!) Klo benutzen konnte bevor es weiterging und zweitens hatte ich die Hoffnung, daß die Sitzheizung von Kathis Auto mir meinen Mantel ein wenig trocknen würde.Gleich vorweg: das hat natürlich nicht so wirklich funktioniert.

*

Station 2…

…bei Larissa und ihrer Bande.Nachdem ich ein kleines Klo Trauma habe und ich dort schon wieder „sicherheitshalber“ auf die Toilette wollte, habe ich gleich mal Larissas voll liebe und knuddelige Hunde kennengelernt.Es war mir dann zwar fast nicht mehr möglich das wunderschön renovierte Haus mit ganz tollen alten Armaturen am Klo zu verlassen, weil die Hunde sich so gefreut haben wie ich wieder aus der Toilette kam, aber es gelang dann doch mit Hilfe von Larissa. 😊

In St Veith an der Gölsen erwartete uns ein wunderbar gepflegter Offenstall und viele nette Pferde…und eine PRE Stute die den Norikerjährling der Schwester der Hausherrin nicht so toll findet…ich glaube er wird kein Fett ansetzen oder dem Müßiggang pflegen.

Hier wurde dann aber eine andere junge PRE Stute unterrichtet, es ging um die Grundlagen, zu Beginn Handarbeit und dann noch ein wenig Basisarbeit.Die Maus sollte nur mal ein wenig in die Arbeitswelt rein schnuppern und lernen, daß sie sich nicht stressen braucht.

Dann ist Kathi noch die Quarterstute Perle geritten, da ihre Besitzerin leider vor kurzem einen Reitunfall hatte und selber noch nicht wieder aufs Pferd darf. Irgendwie waren alle ein bisschen gespannt ob und wie Kathi mit der wohl sehr chrarakterstarken Stute zurecht kommen würde, aber irgendwie waren auch alle überzeugt davon, daß es klappen würde.Wie Kathi dann die ersten fliegenden Wechsel mit ihr geübt hat, war dann klar, daß die beiden wirklich gut miteinander zurecht kommen!

*

Station 3…

…Gestüt Birkenwald.

Eine Halle! Die erste Unterrichtseinheit heute in einer Halle.Aber…..es ist nicht wirklich wärmer, nur trockener, das auf jeden Fall!

Uns erwartet ein imposanter roter Kisberer. 

Zuerst wird er an der Hand gearbeitet und danach im Sattel.Mir fällt auf, daß der fesche Ungar noch sehr laute Geräusche beim Traben und Galoppieren verursacht. Man sagt ja, je besser die Pferde in Balance laufen, umso leiser fußen sie ab und man hört sie kaum mehr.

Der Rote und seine Besitzerin haben, soweit ich es verstanden habe, noch nicht so oft mit Kathi gearbeitet, dann lehne ich mich mal aus dem Fenster und behaupte, wenn ich ihn in vielleicht einem halben Jahr wiedersehe (meist begleite ich Kathi einmal im Sommer und einmal im Winter😉) wird er definitiv schon leichtfüßiger unterwegs sein.

Nebenbei wird ein brauner kalibriger Wallach gearbeitet.Das heisst seine Reitbeteiligung versucht ihn zu arbeiten.So ein Schlitzohr habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Er schafft es mit passivem Widerstand nicht aus seinem Energiesparmodus raus zu müssen. 😉 Neben mir sitzt seine Besitzerin, die sich glaube ich ein bisserl geniert und mir erzählt wie toll er springen kann und eigentlich auch ein paar Lektionen der hohen Schule beherrscht.Die zeigt er uns heute zwar nicht, aber unterhalten tut er mich trotzdem ganz gut,nur die Reitbeteiligung tut mir ein wenig leid.

*

Dann geht es wieder ab ins warme Auto, bisschen Tee trinken und den Tag revue passieren lassen.Wir haben ja  eineinhalb Stunden Autofahrt bis zu mir nach Hause vor uns.

Kathi wohnt noch ein Stückchen weiter Richtung Osten.

Wie jedesmal nehme ich einiges mit und bin sehr dankbar, dass Kathi mich regelmäßig an ihrem Unterricht teilhaben lässt. Ich hab mich auch diesmal wieder gefreut ein paar neue Bekanntschaften gemacht und meinen Horizont erweitert zu haben!

Es zahlt sich auch wirklich aus bei Kursen oder Veranstaltungen einfach nur den anderen beim Reiten zuzusehen, man lernt soviel und hat manchmal richtige Aha Erlebnisse.

Ich freue mich schon auf die ein oder andere Tour im Sommer 2026 wo ich wieder mitkommen darf!

*

Nach oben scrollen